MEIN LANDSHUT

Die Flutmulde Landshut: Naherholungsgebiet und Hochwasserschutz

Das Leben in Landshut ist untrennbar mit der Isar und ihrer Flutmulde verbunden. Aus der Not zahlreicher Überschwemmungen heraus erschaffen, avancierte die Flutmulde im Verlaufe des 20. Jahrhunderts zu einem vielseitigen Naherholungsgebiet für alle Landshuter. Heute ist sie Heimat für Sportler, Spaziergänger und seltene Arten aus Flora und Fauna. Wieso die Flutmulde zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert ist, und was man dort alles sehen und erleben kann, lesen Sie hier.

Bach und Wiesn der Flutmulde Landshut
Die Flutmulde Landshut im Spätsommer

Von der Entlastungsrinne zum Erholungsgebiet

Durch Landshut fließt die schöne Isar. Doch nomen est omen: Denn eine mögliche Deutung des Flussnamens Isar ist „die Reißende“. Und tatsächlich wurde Landshut seit seiner Gründung 1204 häufig von Überschwemmungen heimgesucht. Deiche allein reichten nicht aus, um die Wassermassen aufzuhalten.

Als 1948 mit der Errichtung der Flutmulde begonnen wurde, war sie zunächst rein als Entlastungsrinne gedacht. Sie funktioniert einfach, aber genial: Ab einem bestimmten Pegelstand wird ein Teil des Wasser um die Innenstadt herum durch die Flutmulde geleitet.

Und so zieht sich beginnend in der Münchnerau nun ein breiter Grünstreifen quer durch die Stadt, bis die Flutmulde kurz vor der Konrad-Adenauer-Straße wieder in die Kleine Isar mündet.

Im Lauf der Zeit wurde die Flutmulde von der Stadt Landshut umsichtig weiterentwickelt. Neben dem Hochwasserschutz standen vermehrt auch Renaturierungsmaßnahmen im Vordergrund, um die heimische Flora und Fauna gezielt zu schützen und die Flutmulde für die Bürger als Naherholungsgebiet noch attraktiver zu machen.

Bach in der Flutmulde Landshut
An vielen Stellen kann man seine Füße ins kühle Nass halten.

Naturschutz und Hochwasserschutz Hand in Hand

1986 wurde mit der Renaturierung der Pfettrach begonnen. Seit der Jahrtausendwende schlängelt sich der einst schnurgerade Kanal nun wieder verträumt durch das Bachbett. An den Ufern erblühen Pflanzen und Tiere weitgehend ungestört.

So ist die Flutmulde nun ein Garant für effektiven Hochwasserschutz und gleichzeitig eines von Landshuts hauseigenen Naherholungsgebieten. Zu verdanken ist dies dem Wasserwirtschaftsamt Landshut, welches die Flutmulde verwaltet und zusammen mit dem Stadtgartenamt und den bauamtlichen Betrieben liebevoll pflegt und gestaltet.

Kinder können hier die vielfältige Natur entdecken oder auf den gepflegten Wegen Fahrradfahren üben. Ein Teil der Grünflächen ist an lokale Landwirte verpachtet, die diese nachhaltig und ökologisch bewirtschaften. Voralpenländischer Flair kommt auf beim Anblick der Kühe, die auf Höhe Siebensee friedlich in der Flutmulde grasen. In einem abgetrennten Bereich leben die Mutterkühe mit ihren Kälbern in den warmen Monaten in der freien Natur und sorgen gleichzeitig für die Rasenpflege.

Kuh in der Flutmulde Landshut
Neugierige Kuh auf Höhe Siebensee.

Wichtige Verkehrsader

Durch ihren Verlauf quer durch die Stadtteile dient die Flutmulde Fahrradfahrern und Fußgängern als wichtige Verkehrsader. Die gut ausgebauten Wege führen vom Westen auf Höhe des Industriegebiets Münchnerau vorbei an Landshut West, dem Hauptbahnhof, dem Industriegebiet und dem Nikolaviertel. Kurz vor Ergolding bzw. dem Stadtteil Peter und Paul führt die Flutmulde wieder in die Kleine Isar. Von dort aus kann man die schattigen Kiesradwege die Isar entlang weiter Richtung Osten fahren.

Ohne Ampeln, Autoverkehr und Straßenkreuzungen lässt sich die circa 4,5 km lange Strecke vom Industriegebiet Münchnerau bis zur Isarmündung bequem und naturnah in weniger als einer Viertelstunde zurücklegen.

Zahlreiche Brückchen über die Pfettrach sorgen für schnelle Überquerungen von Ufer zu Ufer. Gleichzeitig können dank der durchdachten Wegverläufe große Straßen wie die Luitpoldstraße auf Höhe des Hauptbahnhofs per Unterführung schnell und sicher passiert werden.  

Zu beachten ist, dass der Fahrradweg in der Flutmulde in beide Richtungen genutzt wird. Zwar ist er breit genug dafür, bei Gegenverkehr und gleichzeitig anzutreffenden Fußgänger ist ein angepasstes Tempo zu empfehlen.

Fahrradweg in der Flutmulde Landshut
Gut ausgebaute Fahrradwege führen durch die Flutmulde Landshut.

Sport und Freizeit in der Flutmulde

Die Flutmulde ist bei den Landshutern sehr beliebt und das ganze Jahr über ein ideales Ziel für unkomplizierte Ausflüge in die Natur.

Im Frühling verwandelt sich die Flutmulde zu Teilen in ein Blumenmeer und damit in eine herrliche Kulisse für Radler und Spaziergänge.

Im Sommer bieten sich die sattgrünen Wiesen für ein Picknick oder eine Partie Fußball an. An heißen Tagen kann man sich hier auch bestens erfrischen: Das seichte Ufer der Pfettrach eignet sich an manchen Stellen gut, um die Füße ins kühle Nass zu halten. Und dank der Renaturierungsmaßnahmen des Wasserwirtschaftsamtes Landshut gibt es seit 2021 sogar Landshuts erste Kneippanlage im südlichen Teil der Flutmulde. Die Sitzstufen aus Naturstein und Trittsteinen im Wasser laden Groß und Klein zum ausgiebigen Verweilen und Entspannen ein.

Kneippanlage in der Flutmulde Landshut
Kneippanlage in der Flutmulde Landshut

Im Herbst wiederum ist die Flutmulde ideal zum Drachensteigen, Modellfliegen oder Blättersammeln für die heimische Bastelkiste. Im Winter können sich die Kleinen auf dem Schlitten durch den Schnee ziehen lassen, und die ganze Familie einen ausgedehnten Winterspaziergang unternehmen.

Rund ums Jahr stehen zahlreiche Bolz-, Straßenhockey- und Streetballplätze frei zur Verfügung. Auf den teils asphaltierten Wegen drehen gerne auch Inlineskater, Rollschuhfahrer oder Skateboarder ihre Runden. Gleichzeitig ist die Flutmulde ein Anziehungspunkt für Jogger. Es stehen sonnige Abschnitte im asphaltierten Bereich nahe der Pfettrach zur Auswahl sowie die schattigen Deichkieswege, die von hohen Bäumen gesäumt werden.  

Strassenhockey in der flutmulde Landshut
Fussball, Hockey, Baketball: In der Flutmulde gibt es viele Sportanlagen.

Lebensraum für Flora und Fauna

Auf Höhe der Kneippanlage findet man rund fünf Hektar Naturschutzfläche vor, in der sich Frösche, Kröten und Libellen ansiedeln können. Für seltene Wildtiere wie Zauneidechsen, Schlingnattern und Rebhühner wurden zusätzliche Maßnahmen ergriffen. So wird in der Flutmulde die niederbayerische Natur in ihrer Ursprünglichkeit für die ganze Familie und Fachinteressierte erlebbar gemacht.

Mit der Renaturierung der Pfettrach geht eine Wiederherstellung der natürlichen Dynamik in der Tier- und Pflanzenwelt einher.  Dadurch finden viele Tier- und Pflanzenarten in der Flutmulde wieder einen Lebensraum. Wildromantische Elemente wie Totholz, Brachestreifen am Ufer oder typische Ufergehölze wie Schwarzerle und Silberweide bieten der Tierwelt wichtige Rückzugsorte und erzeugen gleichzeitig eine herrliche Kulissen für Fotoshootings.

Baum und Bach in der Flutmulde Landshut
Von den vielen Brückchen aus bieten sich wunderschöne Kulissen.

Die Flutmulde Landshut ist also eine ideale Mischung aus stadtnaher Natur, Freizeitangebot und Erholung und rund ums Jahr einen Besuch wert!

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Freizeit-Tipps für Landshut

In dieser Rubrik stellen wir regelmäßig Ausflugtipps und Freizeitmöglichkeiten in Landshut und seiner Region vor.